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OpenAI doppelt heute nach: ChatGPT wird für Gratis-Nutzer unbegrenzt nutzbar, gleichzeitig wehrt sich das Unternehmen gegen Apples Klage wegen angeblichen Geschäftsgeheimnis-Diebstahls. Bei Stanford und dem Arc Institute hat ein KI-Modell derweil erstmals ein komplettes, funktionsfähiges Virus-Genom entworfen – ein wissenschaftlicher Meilenstein mit offenen Biosicherheits-Fragen. Dazu neue Details zum möglichen OpenAI-Lautsprecher und Alibabas Plänen für das nächste Qwen-Modell.

Heute bei MorgenAI

  • OpenAI macht ChatGPT-Textchats für Gratis-Nutzer unbegrenzt

  • OpenAI beantragt Abweisung von Apples Klage

  • Forscher lassen KI ein komplettes Virus-Genom entwerfen

  • Neue Details zu OpenAIs smartem Lautsprecher

  • Alibaba plant Umsatzbeteiligung für Qwen-Grossnutzer

OpenAI macht ChatGPT-Textchats für Gratis-Nutzer unbegrenzt

OpenAI hebt das Limit für Text-Chats bei ChatGPT auf und macht ein neues Modell zum Standard für Gratis-Nutzer.

Ab dieser Woche wird GPT-5.6 Luna zum Standardmodell für Free- und Go-Nutzer. Ab nächster Woche gibt es unbegrenzte Text-Chats, geschützt durch Massnahmen gegen Missbrauch.

Gratis-Nutzer erhalten zudem einen neuen „Think"-Button für komplexere Fragen. Limits bleiben bei Dateien, Bildern, Sprache und Bildgenerierung bestehen.

Zahlende Plus- und Pro-Nutzer bekommen ein überarbeitetes GPT-5.6 Sol, das laut OpenAI direkter antwortet und weniger Formatierung nutzt. Ein Regler erlaubt es, den Denkaufwand pro Antwort selbst einzustellen.

Laut internen Tests von OpenAI treten bei GPT-5.6 Luna rund 62 Prozent, bei GPT-5.6 Sol rund 68 Prozent weniger Faktenfehler auf als beim bisherigen GPT-5.5 Instant. Die Zahlen stammen von OpenAI selbst, nicht von unabhängigen Tests.

Warum das wichtig ist: ChatGPT hat laut OpenAI über eine Milliarde Nutzer pro Woche – jede Änderung am Gratis-Modell wirkt sich auf eine riesige Nutzerbasis aus. Mit dem Wegfall der Chat-Limits erhöht OpenAI den Druck auf Google, Anthropic und Meta, ihre eigenen kostenlosen Angebote nachzuziehen. Gleichzeitig zeigt der Fokus auf Faktentreue, dass Genauigkeit zunehmend zum zentralen Wettbewerbsfaktor wird.

OpenAI beantragt Abweisung von Apples Klage wegen Geschäftsgeheimnissen

OpenAI hat vor einem US-Bundesgericht beantragt, Apples Klage wegen angeblichen Diebstahls von Geschäftsgeheimnissen abzuweisen.

Apple wirft OpenAI und zwei ehemaligen Apple-Mitarbeitenden vor, vertrauliche Informationen gestohlen und über Recruiting-Gespräche abgeschöpft zu haben. In der 31-seitigen Antwort weist OpenAI die Vorwürfe als unbegründet zurück.

OpenAI argumentiert, Apple habe selbst dafür gesorgt, dass Mitarbeitende nach ihrem Abgang weiter Zugriff auf firmeninterne Systeme über private iCloud-Konten hatten. Der Zugriff sei also eine Folge von Apples eigenen Prozessen, nicht von Diebstahl.

Betroffen sind unter anderem OpenAIs Hardware-Chef Tang Tan und der Ingenieur Chang Liu, beide früher bei Apple. OpenAI verteidigt ihr Verhalten als branchenüblich beziehungsweise als Hilfe für einen früheren Kollegen.

Apple hatte im Juli Klage eingereicht und verlangt zusätzlich eine einstweilige Verfügung, damit OpenAI die angeblichen Geschäftsgeheimnisse während des Verfahrens nicht nutzen darf. Eine Anhörung ist für Oktober in San Jose angesetzt.

Forscher lassen KI ein komplettes Virus-Genom entwerfen

Ein Team von Stanford und dem Arc Institute hat mithilfe der KI-Modelle Evo 1 und Evo 2 erstmals vollständige, funktionsfähige Genome für Bakteriophagen entworfen.

Die Forschenden liessen die Modelle rund 300 Genom-Varianten des Phagen ΦX174 entwerfen, der die Bakterienart E. coli befällt. 16 Designs erwiesen sich im Labor als funktionsfähig: Sie vermehrten sich und töteten Bakterien ab, teilweise wirksamer als natürliche Varianten.

Die Studie ist laut den Autoren die erste erfolgreiche KI-Konstruktion eines kompletten, funktionierenden Virus-Genoms. Bisherige KI-Erfolge beschränkten sich auf einzelne Gene oder Proteine. Die Arbeit erschien im Fachjournal Science.

Mögliche Anwendungen liegen in der Phagentherapie gegen antibiotikaresistente Bakterien. Die Modelle wurden bewusst ohne Sequenzen menschlicher Krankheitserreger trainiert, betonen die Forschenden. Fachleute warnen dennoch vor Missbrauchsrisiken und fordern unter anderem eine Prüfpflicht für Anbieter synthetischer DNA.

OpenAIs möglicher smarter Lautsprecher

Laut neuen Berichten arbeitet OpenAI gemeinsam mit Jony Ives Designstudio LoveFrom an einem tragbaren, bildschirmlosen Lautsprecher. Das Gerät soll rund 300 bis 400 Dollar kosten, über eine Kamera sowie bewegliche Teile verfügen und 2027 auf den Markt kommen. Offiziell bestätigt hat OpenAI das Produkt bisher nicht.

Alibaba plant Umsatzbeteiligung für Qwen-Grossnutzer

Alibaba will laut Reuters von grossen kommerziellen Nutzern seines kommenden Modells Qwen3.8-Max einen Anteil am erzielten Umsatz verlangen. Das Modell bleibt quelloffen, ähnlich wie zuvor bei Moonshots Kimi K3, wo ab 20 Millionen Dollar Jahresumsatz eine gesonderte Vereinbarung nötig wird. Die genaue Höhe der Beteiligung ist laut Alibaba noch offen.

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